Alles tut weh. Meine Augen schmerzen vom Weinen, in der Brust zieht es unangenehm, wenn ich versuche, die Tränen wegzuatmen.
Ich habe es endlich geschafft, den Freßnapf mit den Resten vom letzten Frühstück zu leeren, spülen und einzupacken. Der Wasserbrunnen perlte noch immer plätschernd in die Trinkschale. Abgeschalten, reinigen und weg. Der Futtervorrat - willkommene Spende für Muttis übrig gebliebene Katzenfamilie. Die Lücke im Schrank ist passend – so leer, wie dieses Fach, fühlt es sich in mir an.
Ich öffne die Fenster weit, doch kein roter Schatten springt mehr hinzu und gibt mir feuchte Schmuseküsse. Obwohl froh um jedes Quentchen Schlaf, wird mir jedoch schmerzhaft bewußt, das sich kein Schmusetiger mehr heimlich und leise ans Kopfende schleichen wird, sich zaghaft in meinen Nacken rollen und sich und mich leise in den Schlaf schnurren.
Und doch, es ist zu verrückt… ich höre ihn poltern und rufen! Ich spüre ihn! Und im Halbschlaf, sehe ich seinen Umriss vor mir auf dem Bett liegen! Und es ist doch nur die verkrumpelte Patchworkdecke, die mich mit ihrem Zierrand narrt, der gerade eben noch genau so aussah, wie zwei Katzenohren.
Ich gab mich immer abgeklärt und gefaßt. Wußte um den Preis einer solch intensiven Freundschaft zu einem Tier, und bin auch bereit, diesen Preis am Ende zu begleichen. Und doch… diese Leere, die da plötzlich um und in mir ist, warum habe ich die nicht kommen sehen?
Autsch’n…


Eigentlich gehörte er ja gar nicht mir. Aber ich war ja schon dabei, als er meinem Mamachen vor 15 Jahren im Tierheim von hinten auf die Schulter klopfte, als wolle er sagen „hier bin ich ja, du brauchst nicht weiter zu suchen!“.

Altvertraute Sternbilder, die ich lange, lange nicht mehr gesehen habe, schälen sich nach und nach heraus. Sterngucker und ich sichten Satelliten um die Wette, die Ihre Bahn im All ziehen, während später in der Nacht Jupiter über den, sich schwarz vor dem blausamtenen Himmel abhebenden Tannenspitzen aufgeht.


