Tja, nu isses passiert. Glühwürmchen steht an der roten Ampel, der F-LO fängt an zu husten und geht dann aus. Mitten im Berufsverkehr… Sofort war ich von ärgerlichem bis aggressivem Hupkonzert eingekesselt. Selbst als die Ampel wieder und wieder auf Rot schaltet, ließ mir keiner eine Lücke, um mich aus dem Weg zu bugsieren. Erst nach langen Minuten, kommt ein freundliches Gesicht auf mich und mein Vehikel zu, fragt, ob er helfen kann. Zu zweit schaffen wir mein Auto über die rechte Spur auf eine glücklicherweise vorhandene Einfahrt hinauf, so dass ich erst einmal aus dem Weg war.
Naja… will’s mal halbwegs kurz machen…mir war tüchtig bange vor womöglich anstehender Kosten für Abschleppen und Operation(en). Doch stellte sich heraus – es war der Klassiker… der Sprit war alle!
Bro verarztete mich fernmündlich mit der Telefonnummer der Tankstelle, an der ich vor gut 300-500 metern vorbeigerauscht war (im guten Glauben an meine Tankanzeige, die erst vor knapp 6 km aufgeblinkt hatte). Der Pächter machte nicht viel Federlesen, fragte nach der Benzinsorte und füllte 5-10 Minuten nach seinem “bis gleich” mit einem 5L Kanister den staubtrockenen Tank meines Vehikels.
Mit gekreuzten Fingern an der linken, drehte ich mit der rechten Hand den Zündschlüssel – - – - – und – - – - – mein F-LO schnurrte wie ein sattes Kätzchen. Voll das Klischee… Weiber und Autos… könnte man meinen. Aber ich hab den Verdacht, dass das Reservelicht mir heute morgen einfach einen Streich gespielt hat. Vielleicht war mein Karma auch einfach Scheisse, nachdem ich meinen schlampigen Nachbarn den eigentlich von mir gespendeten Papierkorb entzogen habe. Nicht nur dass die Zeitungen und Prospekte trotzdem wie Kraut und Rüben im Eingangsbereich herum flattern. Er wird auch immer wieder mit anderem Unrat befüllt, wie Plastikkaffee-to-go-Bechern Kaugummi und Bananenschalen. Letzteres ist im Sommer übel, wenn sich die Fruchtfliegen darüber hermachen um die next generation zu erpoppen. Ja, juhu erstmal…
Aber – um das Positive komm ich nicht herum: Es gibt sie noch, die Freunde und Helfer, die ohne Gegenleistungsabsprachen mal schnell Hand anlegen und ein defektes Auto von der Strasse schaffen oder mal eben schnell einen Kanister Benzin bringen, um es wieder flott zu machen.
Und da so eine freundliche und hilfsbereite Dienstleistung alles andere als selbstverständlich ist, gehört es sich – auch wenn das hier so gut wie niemand liest – dass man diese nennt: Es war die ARAL Tankstelle “Am Industriehof” in Heimatmetropole Frankfurt.
Hört außer mir noch jemand Fats Domino im Hintergrund?!?
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