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Autsch’n

Alles tut weh. Meine Augen schmerzen vom Weinen, in der Brust zieht es unangenehm, wenn ich versuche, die Tränen wegzuatmen. 

Ich habe es endlich geschafft, den Freßnapf mit den Resten vom letzten Frühstück zu leeren, spülen und einzupacken. Der Wasserbrunnen perlte noch immer plätschernd in die Trinkschale. Abgeschalten, reinigen und weg.  Der Futtervorrat - willkommene Spende für Muttis übrig gebliebene Katzenfamilie. Die Lücke im Schrank ist passend – so leer, wie dieses Fach, fühlt es sich in mir an.

Ich öffne die Fenster weit, doch kein roter Schatten springt mehr hinzu und gibt mir feuchte Schmuseküsse. Obwohl froh um jedes Quentchen Schlaf, wird mir jedoch schmerzhaft bewußt, das sich kein Schmusetiger mehr heimlich und leise ans Kopfende schleichen wird, sich zaghaft in meinen Nacken rollen und sich und mich leise in den Schlaf schnurren.

Und doch, es ist zu verrückt… ich höre ihn poltern und rufen! Ich spüre ihn! Und im Halbschlaf, sehe ich seinen Umriss vor mir auf dem Bett liegen! Und es ist doch nur die verkrumpelte Patchworkdecke, die mich mit ihrem Zierrand narrt, der gerade eben noch genau so aussah, wie zwei Katzenohren.

Ich gab mich immer abgeklärt und gefaßt. Wußte um den Preis einer solch intensiven Freundschaft zu einem Tier, und bin auch bereit, diesen Preis am Ende zu begleichen. Und doch… diese Leere, die da plötzlich um und in mir ist, warum habe ich die nicht kommen sehen?

Autsch’n…

…und doch

Wir wissen, worauf es am Ende hinaus laufen kann. Und doch – wir verdrängen es, so gut es eben geht. Wenn dann dieser Weg eingeschlagen werden muss, dann gehen wir ihn und tun, was getan werden muß. Und doch - es zerreißt das eigene Herz. Manchmal gibt es keine andere, keine bessere Alternative, als seinem kleinen Kamerad das letzte Geleit zu geben. Und doch – es tut so weh. Richtig gemein weh.

Heute war es noch mal so richtig schön, ein warmer, sonnendurchfluteter, spätsommerlicher Septembertag. Und doch – heute morgen um halb elf hörte sein kleines, müdes Herz auf zu schlagen.

Charlie muß nicht mehr leiden. Und doch – ich werde ihn immer vermissen!

IMG_2938_Charlie 22Sep2009

Schlaf gut, mein kleiner Stinker!

Geistige Verführung

Ob ich was beim Döner-Lieferant mitbestellen will, fragt Blümchenkollege mich. Eigentlich fragt er ja „beim Türken“, aber das klingt mir hier im Blog irgendwie rassistisch, was mir völlig fern liegt.

S’Bauchi und’s Zungerl sprechen:     ‘Jaaa, jaaa, jaaa’!
Kopf und Geldbörse sagen:                 ’Neeeeeh, willsu nich…’!

Blümchenkollege gibt die übrige Bestellung durch:

„Einmal Döner Nr. sowieso. Ja. Äh… mit Knoblauch. Und einmal Döner XY ohne Zwiebel. Aber Joghurtsoße. Nein, nochmal… also 1 x dieses, 1 x jenes und dann noch 2 anneres. Nein, mit Knoblauch… Ja, genau.

Also, ich wiederhol das dann besser nochmal alles…“

Scheinbar nicht nur mir ist vor meinem geistigen Auge ein Döner nach dem anderen Kür gelaufen und das Wasser nur so im Goscherl zusammen gelaufen. Denn wie aus einem Munde rufen fast alle umsitzenden Kollegen entrüstet:     „Nein!!!!“

Und mir hilft nur noch ein schneller Bissen in meinen mitgebrachten Bagel, bevor ich Blümchenkollege am Ende doch noch rasch eine eigene Dönerbestellung zurufe.

O_o      Hungaaaa….

HerzeLeid

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Das waren seit langem die schlimmsten Stunden meines Lebens, als ich vergangenes Wochenende beinahe Mr. Red verlor. Akute Atemnot, Verdacht auf Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum durch FIP.

Eine Tierklinik hat sein Leben gerettet, ihn mit Sauerstoff versorgt und meinen ‘Dicken’ dann punktiert. FIP wäre sein Todesurteil gewesen. Menschlich egoistisch bin ich für die anders lautende Diagnose ‘Mittlere Herzinsuffizienz’ regelrecht dankbar, bedeutet sie doch, er und ich haben noch eine Gnadenfrist gemeinsamer Zeit.

Das Herzmedikament scheint gut zu wirken, ebenso die drei Entwässerungs-tabletten, die er täglich bekommen muß. Gaaaanz langsam weicht auch meine Panik, mit der ich auf jede Bewegung und jeden Schnaufer von Mr. Red achte, der ja eigentlich Charlie heißt. Der Herzultraschall hat zwei rechteckige Quadratlöcher in seinen herrlichen Pelz mit sich gebracht. Das sieht aus… sündhaft nackig! Als ob ihn mutierte Motten überfallen hätten.

Ich hoffe sein Appetit kommt bald wieder, er ist in der letzten Woche so schrecklich dünn geworden, aber er geht nicht an sein normales Futter. Charlie lässt sich mit Tartar, Leberwurst, Katzenminzbonbons und Katzensalami verwöhnen. Ich bin ja für jeden Bissen dankbar, den er zu sich nimmt. Nächste Woche versuche ich es mal mit Fisch. Bei Räuchermakrele ist er noch jedesmal nicht zu halten gewesen und und zum leidenschaftlichen Dieb geworden…

Eigentlich ist es kein passendes Thema für diesen Blog, der ja nur heitere Erinnerungen sammelt. Aber manchmal bahnen sich Tränen halt ihren Weg, wollen einfach geweint werden. Und vielleicht hat jemand am Blog-Wegesrand ja noch ein trockenes Taschentuch…?

Märchenprinz FelixEigentlich gehörte er ja gar nicht mir. Aber ich war ja schon dabei, als er meinem Mamachen vor 15 Jahren im Tierheim von hinten auf die Schulter klopfte, als wolle er sagen „hier bin ich ja, du brauchst nicht weiter zu suchen!“.

Eigentlich war er vom Tierheimpersonal zunächst gar nicht in die AusWahl genommen worden, weil er einerseits durch Katzenschnupfen sozusagen beschädigte Ware war, und eigentlich und überhaupt noch in Quarantäne.

Seine Augen waren milchig weiß überzogen, eines vermutlich ganz blind, auf dem anderen nur noch eingeschränkte Sehkraft in der oberen Hälfte.

Mamachen stand, sich mit der Tierheimangestellten unterhaltend, mit dem Rücken zu einem Kratzbaum in der Ecke hinter einer Tür. Darauf schlummerte in halber Höhe Kater Felix, der beim Betreten des Raumes aufwachte, sich interessiert aufsetzte und dann, als ihm keine Aufmerksamkeit geschenkt war, tapsig mit ausgestreckter Pfote nach meinem Mamachen angelte, und sich so sein neues Zuhause verschaffte.

Als Mamachen sich später mal einem Kuraufenthalt unterziehen mußte, brach Felix sich bei einem Balkonsturz das Becken, doch PsychoDad fuhr eigensüchtig mit seiner Unter30!Geliebten in einen Liebesurlaub nach Spanien, ließ das Tier verletzt und sabbernd vor Schmerzen, unversorgt zurück. Ich kümmerte mich dann um Felix, war mit ihm beim Tierarzt, lag zwei Nächte lang wachend auf dem Boden vor seinem Körbchen.

Wann immer er vor Schmerzen knurrte oder jammerte, kraulte ich ihm tröstend sanft das Köpfchen. Dann begann er zu schnurren, wie ein rasselnder Rasierapparat. Irgendwie sprang damals der Funke über. Aus „Felix“ wurde für mich „Märchenprinz“ und mit einer affigen Baby-gaga-dada-Stimme, mit der ich ihn damals aufmuntern und ermutigen wollte, hab ich ihn den Rest seines Lebens begrüßt. Er antwortete stets mit sanften Nasenstübern und ließ sich mit rasselndem Geschnurr eine weitere Kopfmassage geben. Nein, da ist es nicht verwunderlich, dass die Tränen fließen, obwohl er eigentlich gar nicht ‘mein’ war.

Märchenprinz ist jetzt im Katzenhimmel. Märchenprinz hat keine Schmerzen mehr. Und eigentlich ist diese Vorstellung irgendwie so schön tröstlich: Ich glaub, er ist jetzt bei seinem alten Kumpel Charlie!

Mach’s gut, Kleiner.   óÒ

Schwarzer Humor?

Sensengasse

Normalerweise hat das Glühwürmchen sich auf der Arbeit ganz gut im Griff, wenn es um herausragend ulkige Namen von Gesprächspartnern geht. Aber heute ist ihm vor lauter Schreck das Lachen nicht mehr im Halse stecken geblieben, sondern lauthals aus dem Gesicht gepurzelt.

Eine Kundin gibt eine neue Anschrift für eine zuvor unzustellbare Sendung durch.

Die Sendung geht an die Gerichtsmedizinische Fakultät (einer Metropole in Nachbarland) - und diese befindet sich ausgerechnet in der

Sensengasse

0_O    schluck…

morgenGRAUEN

Also, DAS geht nun auch einem Earlybird-Glühwürmchen entschieden zu weit:

Ich bin es ja gewohnt, zumindest in der „hellen“ Jahreszeit, kurz vor dem Klingeln meines Handy-Weckalarms wach zu werden. Dass es nun, um diese frühe Stunde, leider schon wieder „noch“ dunkel ist, damit hab ich mich ja schon beinahe wieder arrangiert. So ist nun mal der Lauf unseres Planeten, um die dunkle Jahreszeiten kommen wir nicht herum, es sei denn wir würden ständig von der Nord- zur Südkugel hopsen und umgekehrt. Aber schließlich bin ich ja kein Zugvogel und ich schweife ja schon wieder ab…

Heute morgen wache ich auf, fühle mich tendenziös glockenhellwach und fühle den Ruf der Natur, hin zur Keramik. Also raffe ich mich auf, schlurfe ins Bad, tue, was sich nicht vermeiden läßt und halte dann Morgentoilette. Uff, die Haare habens ja auch schon wieder nötig – hätte ich das bloss gestern abend noch erledigt. Also Kopf über die Wanne gehalten und die Haare schöngemacht.

Mit dem Handtuch um den Kopf schlurfe ich in die Küche, mache unterwegs noch am Kleiderschrank halt, um Klamotte of the day zu wählen, lasse dann in der Küche einen Kaffee durch die Senseo laufen, nehme alle Utensilien für das Büropausenbrot aus dem Kühlschrank, drapiere mich auf mein Sofa, lasse die Videoaufzeichnung vom Vorabend zurücklaufen und schmiere mir dann meine Stullen, während Grey’s Anatomy auf der Mattscheibe flimmert. Sämtliche Aktionen meinerseits werden natürlich durch Mr. Red lautstark kommentiert, der damit auf sein fälliges Frühstück hinweisen will. Jaja! Gleich bist du dran!

Brote fertig, Rucksack gepackt, Kater gefüttert, Wassernapf gefüllt.

Ich will gerade in meine Jeans schlüpfen, da fällt mein Blick aus dem Fenster. Komisch, denke ich mir, dass es noch immer so dunkel ist. Ich habe zwar die sanften Regentropfen gehört, aber dass Wolken den Himmel derart verdunkeln sollen, die gerade mal ein säuselndes Triptrop erklingen lassen… Und wie seltsam: Mein Handywecker hat ja auch noch gar nicht angeschlagen?!?

Ich stoppe das Video, um im Videotext des TV-Programms nach der Uhrzeit zu schauen, und ich glaube kaum, was ich da sehe. Alle Uhren, in jedem Programm und selbst auf meinem Mobiltelefon, dass ich ungläubig zur Kontrolle zücke, zeigen die gleiche gräßliche Wahrheit: Es ist…

Null-Uhr-Einundreissig

Alte Leidenschaften

Am gestrigen lauen, klaren Sommerabend bin ich mit einem guten alten wiedergewonnenen Freund - Sterngucker – in den Taunus gefahren, zu einem bei Sternenfreunden beliebten Parkplatz. Das Verdeck vom Twingo weit geöffnet, um auf diesem Parkplatz im Wald, jenseits des Lichtsmogs von Heimatmetropole, in den fahlen Abendhimmel hinauf zu schauen, und zu beobachten, wie sich die Nacht langsam herabsenkt und die Sterne immer zahlreicher am Himmel werden.

Jupiter und Monde2Altvertraute Sternbilder, die ich lange, lange nicht mehr gesehen habe, schälen sich nach und nach heraus. Sterngucker und ich sichten Satelliten um die Wette, die Ihre Bahn im All ziehen, während später in der Nacht Jupiter über den, sich schwarz vor dem blausamtenen Himmel abhebenden Tannenspitzen aufgeht.

Jedem von uns sind ein paar Sternschnuppen gegönnt, manche davon mit besonders heller Schweifspur, die sich noch einige Sekunden am Himmel abzeichnet, während das Staubkörnchen schon längst in unserer Atmospäre verglüht ist. Fast hab’ ich den Eindruck, es in der Stille der Nacht über den Himmel zischen zu hören.

Als krönenden Abschluß läßt einer der drei Hobby-Astronomen, die in dieser wunderbar sternenklaren Nacht ihr Lager auf diesem Parkplatz aufgeschlagen haben, uns durch sein beeindruckend großes Teleskop in die Unendlichkeit des Alls schauen. Er zeigt uns den Kugelsternhaufen M13, über dessen dreidimensionale Wahrnehmung im Sucher ich mich begeistere. Sonst kann man ihn unter perfekten Wetterbedingungen höchstens als schwachen Nebel wahrnehmen. Außerdem stellt er das Teleskop auf eine pfeilförmige Ansammlung von einzelnen Sternen ein, drei verschiedene Galaxien und – mein persönliches Highlight, abgesehen vom Kugelsternhaufen – einen Blick auf Jupiter. Die Luft war etwas flattrig, aber ich konnte seine Ringlinien schwach erkennen, wenn auch nicht das „Auge“ und außerdem seine Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Es flattert in meinem Kopf vor lauter M13’s und M’irgendwasmit50’s und M103 – alles wissenschaftlich sachliche Bezeichnungen, die ich mir einfach noch nie merken konnte. Ich behalte sie lieber als etwas, das in mir einen tiefen Eindruck über die unglaublichen Dimensionen des Kosmos vermittelt.

Als ich mich um zwei Uhr Nachts müde aber glücklich in die Kissen kuschele, ist das allerbeste für mich sowieso dies:

Glühwürmchen wird wieder aktiv und kommt aus seinem Schneckenhaus heraus.      =0)

Im Dunkel…

Und schon hat der noch im Wachstum begriffene Märchenprinz unverschuldet für Lacher gesorgt.

Gestern hatte sich ja nichts Sichtbares mehr getan, in des Prinzen Größe. Nachdem er allerdings die Nacht, vor Langfingern sicher, in meinem Büroschrank verbracht hatte, zeigte Majestät sich heute morgen um prächtige anderthalb bis zwei Zentimeter größer.

Märchenprinz03_zweiter Tag

Meine Mittagspause konnte ich heute erst sehr spät antreten. Genauer gesagt hatte ich eigentlich fast so gut Feierabend, weswegen ich in der Pause schon mal meinen Privatkram in den Rucksack packte und die Büro-Utensilien in den Schrank einräumte.

Den Märchenprinzen stellte ich ebenfalls wieder in den Schrank zurück, mit den erklärenden Worten:

„Im Dunkeln wächst er schneller…!“

Schallendes, prustendes Gelächter, Lachtränen, rote Gesichter, die nach Atem ringen…        oO  (räusper) …wie darf ich DAS denn jetzt bitte verstehen?!? (Yeah, talk dirty to me…)

Erklärend verhaspelt sich Kollegerechtsvonmir:

„Es gibt ja auch nacktaktive Pflanzen…“

Märchenprinzen

…sind käuflich geworden.

Meiner hat 2,95 Euro gekostet, und den Frosch, in dem er stecken soll, muß ich noch nicht mal küssen. Mit einfachem Leitungswasser entzaubert man den winzigen Prinzen blubberblasenbegleitet, und von neugierigen wissensdurstigneidischen Kolleginnen umringt, aus der engen grünen Krötenummantelung und muß sich dann nur 3 Tage gedulden, bis seine Hoheit sich in frischem Nass zu seiner vollen Größe entwickelt.

Ein nettes kleines Gimmick für einsame Glühwürmchen     ;o)

Märchenprinz01

Märchenprinz02a_erster Tag

Märchenprinz02_erster Tag

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