Als Gildo Horn 1998 am Grand Prix teil nahm, und unsere Clique johlend und gröhlend bei geöffneten Fenstern pappigsüße Erdbeerbowle und klebrige Nussecken verspeisten, konnte ich noch nicht mal ahnen, dass meine neue Freundin Sopran – selbst wohl die lauteste von uns allen – geradezu prophetisch verabschiedete:
“Den Grand Prix im nächsten Jahr sehen wir dann in deiner neuen Wohnung – so laut wie wir sind, wohnst du hier bestimmt nicht mehr lange…!”.
Nun, eine Kündigung der Wohnung blieb zwar aus, doch schon im darauf folgenden Monat Juni plumpste mir eine fast niegelnagelneue 1,5 Zimmer Dachwohnung ungefragt in den Schoß! Wo ich eigentlich gar nicht auf der Suche war, schien mir das geradezu schicksalhaft, denn nicht nur schön hell, größer und in meinem Lieblingsviertel. Noch dazu erfüllte sich ein heimlicher Wunschtraum. Denn als sich dieses Haus noch im Bau befand, träumte ich den für meine Begriffe unerreichbaren Traum, hier einmal wohnen zu können – - – wann immer ich mit dem öffentlichen Bus an der Baustelle vorbei fuhr!
Heute besuchte ich Kartoffelkäfermamachen im Krankenhaus. Während wir zusammen auf dem Bett saßen, die Menschen und den Verkehr beobachteten, kam die Rede natürlich auf meine alte Wohnung. Thematisch gar nicht mal so ungewöhnlich, schließlich war sie ganz in der Nähe vom Krankenhaus. Sprachlos machte mich die Tatsache, dass mein Umzug schon über 13 Jahre zurück liegt!
Kinder, Kinder – wie die Zeit vergeht!