Wenn ich an “alte Zeiten” denke, die der Zahn der Zeit verklärt hat, gehören zu meinen liebsten Puzzlestückchen der Erinnerung die Abende, an denen Glühwürmchen als gelbgrüne Leuchtpunkte sanft durch das sommerlich warme Abendblau schwebten. Auf einmal erschien mir die Radstrecke entlang der Nidda zwischen elterlichem Garten und zuhause nicht mehr ganz so dunkel, unheimlich und angsteinflößend.
Heutzutage scheint es – zumindest hier – keine Glühwürmchen mehr zu geben. Vielleicht hat sie der regelmäßige, jährliche Giftnebel vertrieben, der eigentlich der Stechmückenplage entgegenwirken sollte. Jedenfalls ist es viele Jahre her, daß ich zuletzt ein Glühwürmchen habe leuchten sehen und wünsche mir sehnlichst einen stillen Abend, noch von der Sonnenwärme durchtränkt, an dem Glühwürmchen Hochzeit feiern.
Warum also Glühwürmchen-Blog?
Weil Gedankenfunken wie Glühwürmchen sind. Sie schweben sanft durchs Bewußtsein und im nächsten Moment erlischt ihr Licht und sie gehen verloren. Ich will sie aber einfangen und aufbewahren. Vielleicht kann ich sie ja noch brauchen, wenn es mal wieder ein grauer, dunkler Tag ist.